Neuer
Dreimärker an der Grenze Michelbach-Kleingartach-Eppingen eingeweiht

 

 

 

 

 

Am Freitag, den 25. Mai trafen sich rund 20 Bürger aus Michelbach, Kleingartach und Eppingen um feierlich den neu errichteten Dreimärker im Hartwald einzuweihen. Mit dabei waren Oberbürgermeister Klaus Holaschke aus Eppingen, Bürgermeister Thomas Csaszar aus Zaberfeld, Ortsvorsteher Friedhelm Ebert aus Kleingartach, Ortschafts- und Gemeinderäte aus den drei Gemeinden und historisch interessierte Bürger. Man traf sich beim Parkplatz im Kleingartacher Seebachtal und fuhr gemeinsam in der Kolonne in den Wald. Das letzte Stück kurz nach der Holzmichel Hütte musste man zu Fuß zurücklegen, um zum Grenzpunkt von drei Gemarkungen zu gelangen. Auf dem Weg dorthin sah man bereits die ersten Grenzsteine. Unten am Michelbach angekommen, der hier noch ein kleines Rinnsal ist, wartete bereits der Grenzsteinexperte Gotthilf Sachsenheimer und seine Helfer vom örtlichen Bauhof, die bereits einige Vorbereitungen für diese kleine Feier getroffen hatten. Hier an der Grenze von drei Gemeinden, steht am Ufer des schmalen Bachlaufes des Michelbaches schon seit 496 Jahren dokumentiert, ein Dreimärker. Der letzte Grenzstein aus dem Jahr 1814 war im Laufe der Jahre durch Baumfällarbeiten und die unmittelbare Lage am Michelbach stark beschädigt worden, so dass er zuletzt in drei Teile auseinander zu springen drohte. Eine Schnur und ein Draht hielten den Stein schließlich noch provisorisch zusammen. Schließlich entschieden die drei betroffenen Gemeinden Michelbach, Kleingartach und Eppingen eine Nachbildung des Dreimärkers am Originalstandort anfertigen zu lassen. Ortsvorsteher Ebert begrüßte die Anwesenden am „Dreiländer-Eck“ und würdigte das Engagement von Gotthilf Sachsenheimer, der sich dem Erhalt der Grenzsteine als historische Kleindenkmäler verschrieben hat. Dieser unermüdliche Einsatz für diese kleinen Kulturgüter wurde 2009 mit dem Sonderpreis des Sparkassenverbandes und des schwäbischen Heimatbundes in Bad Wurzach belohnt, wie Ebert hervorhob. Auch dieser Dreimärker wurde von Gotthilf Sachsenheimer bei dessen Grenzbegehung 2006/2007 entdeckt und dokumentiert, was die Anfertigung einer Nachbildung möglich machte. Gut konnte sich Ebert noch an eine Grenzsteinbegehung am 2. Juli 2008 mit Gotthilf Sachsenheimer, Vertretern der Stadtverwaltung und der Abteilung Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart erinnern, als man mehrere Stunden durch hohes Gras und zwei Bachläufe wanderte und die alten Grenzsteine besichtigte. Bei einer weiteren Grenzbegehung am 3. Juni 2010 mit Steinmetz Jürgen Wütherich wurde entschieden ein Replik des Originalsteines von 1814 anfertigen zu lassen und das restaurierte Original in die Weinbaustube Kleingartach zu bringen. Bereits im Sommer 2011 wurde der neue Grenzstein durch Steinmetz Wütherich, den Kleingartacher Bauhofmitarbeitern und Gotthilf Sachsenheimer an Ort und Stelle aufgestellt. Ebert bedankte sich bei allen Beteiligten, die an diesem Gemeinschaftswerk beteiligt waren und lud im Anschluss an die Grußworte und Erläuterungen zu einem kleinen Umtrunk ein. Es folgten nun die Grußworte von Oberbürgermeister Klaus Holaschke und Bürgermeister Thomas Csaszar. Oberbürgermeister Holaschke würdigte das ehrenamtliche Engagement von Gotthilf Sachsenheimer, denn ohne dieses wären die Grenz- und Gemarkungssteine sicherlich bald dem Verfall Preis gegeben gewesen und die Bevölkerung hätte ein bedeutendes Kulturgut verloren. Gerade das Ehrenamt hat unser Land Baden-Württemberg in der Vergangenheit auch im ländlichen Raum so stark gemacht, das ja dieses Jahr 60jähriges Jubiläum feiern kann. Holaschke sprach auch die Finanzierung des neuen Grenzsteines an. Der neue Grenzstein wurde durch Steinmetz Wütherich aus Heuchelberger Sandstein nach Fotografien und Skizzen des Vorgängersteines von 1814 angefertigt. Der Preis für die Restaurierung des Originals und die Nachbildung belaufen sich auf fast 4000 Euro. Da Eppingen mit seinem Stadtteil Kleingartach zwei Gemarkungen hat die hier aufeinandertreffen, übernahm die Stadt Eppingen 2/3 der anfallenden Kosten. Das restliche Drittel übernahm die Gemeinde Zaberfeld für die hier verlaufende Grenze seines Teilortes Michelbach. Nach der Anlage des Grenzsteinpfades bei der Birnbaumalle 2009 konnte nun auch dieser Dreimärker gesichert werden und präsentiert nun als steinernes Lesebuch die örtliche Landesgeschichte, so Holaschke. Bürgermeister Csaszar bedankte sich in seinem Grußwort für die unkomplizierte Kostenteilung bei dieser Gemeinschaftsaktion und dem ehrenamtlichen Engagement von Gotthilf Sachsenheimer auf Kleingartacher und von Frau Liechner und Herrn Walter Wütherich auf Zaberfelder Seite. Nach der gemeinsamen Enthüllung des neuen Grenzsteines stieß man mit einem Glas Sekt auf diese Einweihung an. Bei Brezeln und einem Getränk lauschten die Anwesenden den historischen Erläuterungen von Gotthilf Sachsenheimer, der die Bedeutung dieses Dreimärkers hervorhob. Die Grenze zwischen Eppingen, Kleingartach und Michelbach ist bereits seit 647 Jahren dokumentiert, als man nämlich am 22. Januar 1365 den Hartwald zwischen den Städten Eppingen und Gartach teilte.

Diese Grenze ist bildlich in einer Karte von 1583 dokumentiert, wie Sachsenheimer zeigte. Auch der Dreimärker Kleingartach-Eppingen-Michelbach ist darauf zu sehen. Sachsenheimer berichtete, dass der Dreimärker auch bei den historischen Grenzbegehungen von 1658 und 1669 beschrieben wird. Bei der Beschreibung von 1669 zeigt sich auch die damalige Bedeutung des Steines mit dem sternenfelsischen, gartacher und kurpfälzischem Wappen sowie der eingeschlagenen Jahreszahl 1516, weil hier drei Herrschaftsbereiche aufeinandertrafen: die Herrschaft Sternenfels mit Michelbach, das Hertzogtum Württemberg mit der Stadt Gartach und die Kurpfalz mit der Stadt Eppingen. Gotthilf Sachsenheimer bedankte sich auch bei Herrn Walter Wütherich aus Michelbach, der den alten Dreimärker vor ihm mit der Schnur vor dem völligen auseinanderbrechen sicherte und bei Frau Liechner aus Leonbronn, die sich auch um die historischen Grenzsteine kümmert und sich bei der Gemeindeverwaltung Zaberfeld auch für den Dreimärker einsetzte. Eine tolle Einweihung der Nachbildung eines historischen Grenzsteins am Originalstandort tief im Wald mit einer seit 647 Jahren dokumentierten Grenzgeschichte in Karten, Zeichnungen und Beschreibungen (ak).